Schulentwicklung

Hier sind einige Auszüge aus unserem Schulprogramm. Das gesamte Schulprogramm kann bei der Schulleitung eingesehen werden.

Unser Schulentwicklungsprozess begann  im Schuljahr 2008/2009 mit der Installation einer Steuer­gruppe. Das Kollegium der Laurentius-Grundschule hatte bis dahin die wichtigen Bereiche des Schullebens auch schon immer verantwortungsbewusst und pädagogisch ambitioniert gestaltet, sei es durch eine eigene Schulhausordnung, die Einführung des „Du-und-Ich“- Projekts oder durch vielerlei inner- und außerschulische Aktionen und Projekte während der vergangenen Schuljahre. Auch die Präsenz einer Schulsozialarbeiterin (Frau Rosemarie Langhammer) trägt seit dem Schuljahr 2007/08 zum Gelingen dieser Arbeit bei. Von diesen grundlegenden Ideen profitieren wir seitdem, greifen auf das bereits Er­arbeitete zurück und arbeiten ständig an der Weiterentwicklung unserer Werte.

Seit dem Schuljahr 2010/11 geht es darum, systematisch und bewusst ein Schulprogramm zu ver­fassen, das unsere Wünsche, Projekte und Pläne „schwarz auf weiß“ widerspiegelt. Unsere Wert­maßstäbe und Leitbilder, Zielvorstellungen und Qualitätsansprüche sollten nun nach innen und au­ßen getragen werden.

Das gesamte Kollegium brachte sich bei der Erstellung unseres Schulprogramms arbeitsteilig, kritisch-konstruktiv und produktiv ein. Somit ist dieses „Gemeinschaftsprodukt“ die Zusammenfas­sung und Niederschrift vieler Einzelaktionen und die Konsolidierung bereits laufender, bewährter Prozesse – ein Werk „von allen für alle“.

Vorrangiges und oberstes Ziel beim Schulentwicklungsprozess aber ist und wird es immer bleiben, guten Unterricht für unsere Kinder zu generieren und zu gewährleisten. Mehrere Fortbildungsnachmittage zur Deutsch- und Mathematikdidaktik haben wir im Schuljahr 2016/17 veranstaltet. Aufgrund der Einführung des neuen Lehrplanes im Schuljahr 2014/15 ist es uns wichtig, unseren Unterricht immer wieder neu zu reflektieren und entsprechend den Anforderungen anzupassen. Wir arbeiten unter der Prämisse, unsere Schule, unseren Unterricht und auch unsere Lehrerpersönlichkeiten kontinuier­lich zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern.

Im Schuljahr 2015/16 wurde unsere Schule zuletzt evaluiert. Aus den vom Evaluationsteam kommunizierten Empfehlungen hat die Steuergruppe und das gesamte Kollegium die Zielstellungen für die kommenden Schuljahre formuliert. Dabei geht es um vier zentrale Zielstellungen:

  • die kontinuierliche Weiterentwicklung des „Du und Ich-Regelwerks“
  • der konsequente Einsatz von Leistungsbewertungen, welche nicht nur auf schriftlichen Arbeiten beruhen
  • der Ausbau der Leseförderung und
  • die Einführung eines Systems der kollegialen Hospitation zur Steigerung der Unterrichtsqualität.

Schon seit vielen Jahren sind wir auf dem Weg, freuen uns über bereits erreichte Etappen, setzen uns zugleich immer neue Ziele und sind bestrebt, unsere Qualität prozessual weiterzuentwickeln, denn: „Der Weg ist das Ziel…“

 

Bobingen, Oktober 2016

 

Unser Leitbild – Akrostichon

L ernfreude ist in unserer Schule zu spüren.

A chtsamkeit untereinander ist uns sehr wichtig.

U nterricht mit Forschen und Entdecken soll die Kinder fordern und fördern.

R egeln gemeinsam zu finden und einzuhalten, darauf
legen wir Wert.

E rziehung zu Selbstständigkeit streben wir an.

N eugierde wecken, das ist unser Ziel.

T oleranz und Wertschätzung wollen wir gemeinsam leben.

I ntegration und Vielfalt, dafür stehen wir.

U mgang mit Respekt und Rücksicht liegt uns am Herzen.

S tärken betonen, um Selbstvertrauen zu fördern, so arbeiten wir.

 

„Kinder sind keine Fässer, die gefüllt,

 sondern Feuer,

die entzündet werden wollen“

(Rabelais)

Die Laurentius-Grundschule Bobingen hat zusammen mit der Außenstelle Oberottmarshausen im Schuljahr 2016/17 insgesamt 303 Schüler, verteilt auf 10 Klassen in Bobingen und 4 Klassen in Oberottmarshausen. In Oberottmarshausen besteht das Konzept der jahrgangsgemischten Klassen. Außerdem darf sich unsere Schule seit dem Schuljahr 2014/15 „Flexible Grundschule“ nennen. Dies bedeutet, dass Kinder in den jahrgangsgemischten Klassen in der Eingangsstufe (1. und 2. Klasse) bis zu drei Jahre „verweilen“ dürfen, ohne dass ihnen das dritte Schuljahr als Wiederholung angerechnet wird. So kann noch individueller auf das Lernen des einzelnen Kindes Rücksicht genommen werden.

Als Lehrkräfte unserer Schule bemühen wir uns, alle Schüler in ihrer Persön­lichkeitsentwicklung zu unterstützen. In unserer unterrichtlichen Arbeit ermöglichen wir den Erwerb von Wissen, bahnen das Verstehen an, berücksichtigen die unter­schiedlichen Interessen, fördern die sozialen Verhaltensweisen sowie die musi­schen und praktischen Fähigkeiten.

Wir versuchen, zu gegenseitiger Toleranz und wohlwollendem Verständnis, einem höflichen Umgang, zu Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Offenheit zu erziehen. Im Schuljahr 2012/13 haben wir uns intensiv mit dem Schulprofil „Inklusion“ auseinandergesetzt und sammeln seitdem wertvolle Erfahrungen mit behinderten Schülern an unserer Schule. Unsere Schule wird von einigen I-Kindern besucht. Schulbegleiter unterstützen diese Schülerinnen und Schüler in der Bewältigung des Schulalltags. Weiterhin gibt es im ersten und dritten Jahrgang eine sogenannte Kooperationsklasse. Lehrkräfte aus der Förderschule unterstützen Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf. Diese Heterogenität in unseren Klassen ist eine tägliche Herausforderung, die durch die professionelle Unterstützung von außen ergänzt werden muss. Dazu besuchen uns regelmäßig auch mobile sonderpädagogische Dienste der Förderschulen. In zwei Deutschförderklassen wird eine intensive Sprachförderung angeboten. Außerdem gibt es im aktuellen Schuljahr 2016/17 sechs Sprachvorkurse. Diese werden von Kindern besucht, welche ein Jahr vor ihrer Einschulung stehen.

Der Aufbau einer Arbeitshaltung durch klare Regeln, Respekt und Disziplin sind uns eben­so wichtig, wie Aufgeschlossenheit für die Fragen und Nöte der einzelnen Schüler. Dazu sollen folgende Einrichtungen beitragen:

Das „Du-und-Ich“- Regelwerk, die „Coolen Jungs“, das Sozialtraining „Klassenrat“ und unsere „Streitschlichter“.

 

Die unterrichtliche Arbeit

Wir wollen in unserem Unterricht, der gut vorbereitet und abwechslungsreich aufge­baut ist, flexibel sein und uns der jeweiligen Klassensituation durch verschiedene Un­terrichtsmethoden anpassen.

Zum einen können wir auf lehrerzentrierte Unterrichtsformen als direkte Instruktion zurückgreifen. Der Lehrer kann hierbei als Medium (wenn er z.B. eine Geschichte in Szene setzt), oder als Vorbild (Einführung bestimmter Schreibweisen oder mathematischer Algorithmen) dienen. Dabei versucht er die gesamte Kon­zentration  der Kinder auf sich und die Sache zu lenken.

Zum anderen stehen uns offene Unterrichtsformen zur Verfügung. Diese ermöglichees uns, die Anforderungen und das Arbeitstempo an die individuelle Leistungs­fähigkeit jedes einzelnen Schülers anzupassen. Unsere Schüler sollen so lernen, sich selbst gegenüber Rechenschaft abzulegen und Arbeitszeit sowie Arbeitstempo selbst­ständig einzuteilen. Der Einsatz offener Übungsformen richtet sich nach der jewei­ligen Lernsituation in den Klassen. Hier eine kleine Ausewahl an methodischen Möglichkeiten, welche umgesetzt werden: Wochenplanarbeit, Schreibkonferenzen, Stationentraining, Projektarbeit und Computereinsatz im Unterricht.

Im Zentrum gut organisierter Lernumgebungen stehen sogenannte „gute Aufgaben“ die je nach Leistungsstand unterschiedliche Zugriffe der Schüler ermöglichen.

 

Das SINUS-Programm an unserer Schule

Von 2009 bis 2013 waren wir auch SINUS–Schule. SINUS bedeutet: Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts. Grundprinzip ist, mehr aktives, selbstständiges und entdeckendes Lernen in den Mathematikunterricht zu integrieren, wobei die prozessorientierten Fähigkeiten der Kinder im Vordergrund stehen. In regelmäßigen, schulhausinternen Workshops sammelten, diskutierten und erprobten Kolle­gen neue Unterrichtsansätze.

Arbeitstreffen mit anderen SINUS–Schulen ermöglichten einen regen Erfahrungsaus-tausch und eine schulübergreifende Kooperation. Zahlreiche Fortbildungen von namhaften Mathematikern rundeten das Modellprogramm SINUS an Grundschulen ab.

Im Juni 2011 wurde ein Mathematikraum für Forscher und Entdecker in Betrieb genommen. Hier bieten wir, passend zum SINUS–Programm, wechselnde Lernumgebungen an. Die Materialien wurden zum Schuljahr 2014/15 in den Computerraum verlegt. Leider endete die Unterstützung des Programms bei uns im Schuljahr 2012/13. Trotzdem werden wichtige Prinzipien des SINUS-Programms weiterhin (vor allem auch mit Blick auf den neuen Lehrplan) in unserem Unterricht umgesetzt. Aktuell haben wir Ende November 2016 hierzu eine schulinterne Fortbildung von einer Lehrplanexpertin an unserer Schule durchgeführt.

 

Leseförderung an unserer Schule

Ein weiteres besonderes Anliegen unserer Schule ist die Leseförderung. Dazu haben wir uns im Schuljahr 2012/13 entschlossen, zunächst die Teilkompetenzen „Lesegeschwindigkeit erhöhen“ und „Sichtwortschatz erweitern“ zu fördern. Die Methode des Tandemlesens wurde mithilfe einer Lesemappe mehrere Wochen lang regelmäßig in den Jahrgangsstufen 2-4 durchgeführt. Dazu erstellten einige Lehrkräfte den sogenannten „Reader“, der Lesestücke in verschiedenen Schwierigkeitsstufen enthält. Die Methode des Tandemlesens wird im aktuellen Schuljahr 2016/17 fortgeführt.

Bei dieser Methode handelt es sich um ein gleichzeitiges Lesen von zwei Partnern, davon ist einer der „Trainer“ und der andere der „Sportler“, die zunächst den Text gemeinsam lesen. Dann versucht es der „Sportler“ alleine und wird vom „Trainer“ auf Fehler aufmerksam gemacht. Das Lesetempo steigert sich allmählich auf ca. 100 Wörter pro Minute. Nach viermaligem Durchlesen des gleichen kurzen Textes beurteilt dieses Tandem, wie ihnen das Lesen und auch die Zusammenarbeit gelungen ist.

Neben der Erhöhung des Lesetempos bildet sich durch das Viellesen auch ein Sichtwortschatz heraus. Gemeint ist damit ein Repertoire an Wörtern, die besonders häufig vorkommen und somit als Ganzes erfasst werden können. Die Steigerung der Leseflüssigkeit bewirkt ein besseres Leseverständnis, weil der Sinn des Textes besser erfasst wird, wenn er in einem normalen Sprechtempo gelesen wird.

Im November 2016 haben wir uns in einer schulinternen Fortbildung zum Lesen durch einen Lehrplanexperten fortbilden lassen.

 

Förderung der Kinder im Zweitspracherwerb

Da an unserer Schule ein großer Teil der Kinder (teilweise über 50%) mit nicht-deutscher Muttersprache aufwächst, ist die sprachliche Förderung dieser Kinder eine unserer Schwerpunkte in der täglichen Unterrichtsarbeit. In den ersten beiden Schuljahren bieten wir den Schülerinnen und Schülern, die trotz Teilnahme an den Vorkursen im letzten Kindergartenjahr noch erhebliche Schwierigkeiten haben, sich in der Zweitsprache Deutsch auszudrücken und diese zu verstehen, die Möglichkeit in einer sog. „Deutschförderklasse“ in den Kernstunden „Deutsch“ mit Erstlesen und Erstschreiben und  „Mathematik“ (insgesamt 12 Wochenstunden) unter­rich­tet zu werden. In diesen Gruppen lernen höchstens 10 – 12 Kinder, so dass sie in dieser Zeit nicht nur methodisch und inhaltlich individueller betreut werden können. In der Kleingruppe fällt es ihnen auch leichter, sich zu äußern und von sich zu erzählen. Sie kommen somit natürlich auch wesentlich öfters zu Wort als in einer Klasse mit über 25 Kindern. Immer öfter treffen Schüler aus anderen EU-Staaten bei uns ein. Auch diese Schülerinnen und Schüler lassen sich durch die Deutschförderklassen besser auffangen. Im Schuljahr 2016/17 haben wir zwei Deutschförderklassen im ersten und zweiten Jahrgang. Auch können Kinder des dritten Jahrgangs mit weiteren 4 Unterrichtsstunden im Zweitspracherwerb gefördert werden.

Nachdem an unserer Schule Kinder aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen den Unterricht besuchen, ist auch das interkulturelle Lernen unter den Kindern ein zentraler Aspekt der Schulentwicklung. Das gute Miteinander und der respektvolle Umgang stehen dabei im Zentrum unserer täglichen Unterrichtsarbeit.

 

Förderung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf

Im Schuljahr 2016/17 sind in Bobingen zwei Kooperationsklassen eingerichtet. Die Einrichtung dieser speziellen Klassenform beruht auf einem erhöhten Anteil an Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in einer Jahrgangsstufe.  Eine Kollegin aus dem Förderzentrum Königsbrunn unterstützt die Klassenleitung stundenweise. Eine weitere Kollegin ist mit Differenzierungsstunden in der Klasse aktiv. Die intensive Zusammenarbeit mit einer Lehrkraft aus dem Förderzentrum kommt diesen Kindern zugute.

Das Kollegium und die Schulleitung freut sich auf ein erfolgreiches Schuljahr 2016/17.

Sofern Sie noch mehr Interesse an unserem Schulentwicklungsprozess haben, können Sie jederzeit das gesamte Schulprogramm bei der Schulleitung einsehen.